Motivation, wie sie ensteht - die klassischen Motivationstheorien

Ziele können auf viele Art und Weisen erreicht werden, aber niemals ohne fehlende Motivation zur Umsetzung von Vorhaben. Für die persönliche Weiterentwicklung eines jeden ist Motivation der Hauptmotor, sei es für sich selbst oder die Motivation der Mitarbeiter/innen. Jeder kann durch Motivation, die bis dahin geglaubten Grenzen überschreiten. 

In der Teildisziplin der Betriebswirtschaft, der Unternehmensführung, werden zwei Lehren der Motivation unterschieden. Auf der einen Seiten haben wir die klassische Motivationstheorie und auf der anderen Seite die neuen verhaltenswissenschaftlichen Ansätze. Die klassische Motivationstheorie befasst sich mit dem Entstehen von Motivation. Somit klärt man die Ursachen/Faktoren, welche Motivation entstehen lassen. Diese Theorien sind starr und werden auch Inhaltstheorien bezeichnet. Neue verhaltenswissenschaftliche Ansätze versuchen die weitere Entwicklung der Motivation eines Individuums zu beschreiben. Dadurch handelt es sich um dynamische Prozesstheorien.

 

Es gibt zwei Modelle der klassischen Motivationstheorie:

 

Modell I: Maslow‘sche Bedürfnispyramide

Dieses Modell ist simpel, zeigt aber die historische Entwicklungen der Motivationstheorie am besten auf. Ursprünglich waren Bedürnistheorien nur an Mangelzuständen orientiert, die Menschen sättigen oder zu vermeiden versuchen. Anders ausgedrückt, Menschen galten nur dann als motiviert, wenn sie einen Mangel verspürten. Natürlich ist diese Sichtweise nicht falsch, nur reicht sie nicht mehr aus um die Motivation des modernen Menschen zu beschreiben und zu umfassen. In der heutigen Zeit steht vor allem die persönliche Entwicklung eines jeden im Vordergrund. Neugierde, Herausforderungen, Interesse am Lernen, Selbstverwirklichung und so weiter. All das sind Motivationen, die nicht danach streben, Mängel zu befriedigen, sondern versuchen das innere Wachstum eines Menschen vorantreiben. 

Das Modell von Maslow verbindet beide Motivarten durch  Hierarchie. Es entstand die äußerst populäre und bekannte Bedürfnispyramide.

 

 

Die Bedürfnispyramide unterscheidet fünf Klassen an Bedürfnissen, die nach der Dringlichkeit der Erfüllung angeordnet sind. Die unterste Ebene wird von den physiologischen Bedürfnissen eingenommen. Menschen verspüren hier den größten Drang diese Bedürfnisse zu befriedigen. Zur untersten Ebene der Bedürfnispyramide zählen Bedürfnisse nach Essen, Trinken, Kleidung und Wohnung. Wird das Verlangen nach diesen erfüllt, kann sich das Individuum um die nächste Ebene kümmern. Die Sicherheitsbedürfnisse entstehen aus der Intension heraus, dass Individuen Schutz vor unvorhersehbaren Ereignissen des Lebens suchen, welche die elementare Ebene darunter gefährden könnten. Die dritte Ebene umfasst die sozialen Bedürfnisse. Diese drücken das Verlangen nach Gemeinschaft, Zusammengehörigkeit und Beziehungen aus. Die vorletzte Ebene, Wertschätzungsbedürfnisse, spiegelt den Wunsch nach Anerkennung und Achtung wieder. Diese Ebene ist komplexer wie, die der Ebenen davor. Menschen verspüren dabei die Sehnsucht, von sich selbst und der Gemeinschaft als nützlich und notwendig betrachtet zu werden. 

Alle vier genannten Ebenen gehören nach Maslow zur Kategorie der Defizitbedürfnisse. Bedürfnisse dieser Art müssen unbedingt befriedigt werden. Ansonsten werden sie als substantieller Mangel wahrgenommen. Dies bedeutet aber auch, dass sie vollends befriedigt werden können.

 

Die andere Kategorie stellen die Wachstumsbedürfnisse dar. Zu diesen zählt die auch die letzte Ebene der Bedürfnispyramide: Das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung. Somit werden Faktoren wie Unabhängigkeit, die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit als auch gestaltende Aktivitäten einbezogen. Wachstumsbedürfnisse drücken sich darin aus, dass sie erst auftreten, wenn alle Defizitbedürfnisse befriedigt worden sind. Wichtig bei dieser Kategorie ist die Tatsache der nicht vorhandenen physikalischen und physischen Grenzen, Somit können Bedürfnisse nach Wachstum prinzipiell ins Unendliche anwachsen. 

 

Modell II: Herzbergs Zwei-Faktoren-Theorie

Das Modell von Herzberg findet seinen Ursprung in den Befragungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Firmen aus den USA. Dabei war da Ziel von Herzbergs Forschungen, aus dem Arbeitsleben der Befragten heraus zu finden, was sie dabei als befriedigend und nicht befriedigend ansahen. Ergebnis dieser Befragungen war jenes, dass mit der Zufriedenheit zusammenhängende Faktoren komplett verschiedene Antworten lieferten, wie die der Unzufriedenheit. Daraus leitet Herzberg die Ansicht ab, dass beide Faktoren, Zufriedenheit und Unzufriedenheit, aus zwei unterschiedlichen voneinander zu trennenden und unabhängigen Dimensionen stammen. Faktoren die Einfluss auf die Zufriedenheit der Individuen haben, werden als Motivatoren klassifiziert. Motivatoren haben die Eigenschaft, wenn sie nicht erfüllt werden, verspürt der Mensch keine Unzufriedenheit, aber eben auch keine Zufriedenheit. Erst wenn Motivatoren erfüllt sind, entsteht das Gefühl von Zufriedenheit. Zu dieser Kategorie gehören Faktoren wie Erfolgserlebnisse, Anerkennung, Verantwortung, Aufstieg und Möglichkeiten der Persönlichkeitsentwicklung.

 

Auf der gegenüber liegenden Seite finden wir die Hygienefaktoren. Ganz anders wie bei den Motivatoren, verspüren Menschen Unzufriedenheit, wenn diese Faktoren nicht erfüllt werden. Befriedigt man diese, so entsteht keine Unzufriedenheit. Zu den Hygienefaktoren zählen vor allem die Unternehmenspolitik/Verwaltung, die fachliche Führung und der Status.

 

 

Wichtig ist hier also zu erkennen wie Motivation entsteht. Fügen wir noch ein letztes Puzzle bei, so kann man prinzipiell diesen Theorien auf individueller Basis Recht geben. Jedes Individuum wird subjektiv gesehen andere Bedürfnisse haben, aber mit dem Einbeziehen der individuellen Motivation, welche durch intrinsische und extrinsische Impulse beeinflusst werden kann, lassen sich diese Theorien recht anschaulich praktizieren. Wichtig ist zu guter Letzt die Erkenntnis, dass intrinsische Motivationsgründe viel stärker sind, wie jene die von außen an uns treten. So sind es doch in Summe die Wachstumsbedürfnisse und die Motivatoren, die uns nach vorne treiben und uns unsere Ziele erreichen lassen.
In diesem Sinne: Versuchen Sie nicht nur zufrieden zu sein. Versuchen Sie sich zu leben!

 

Ihre Gabi Pelzmann

 

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